The Expendables – Ein Hoch dem Action-Kino der Achtziger

Sylvester Stallone feiert den Heroen vergangener Tage und befreit das Actionkino von den Zwängen der CGI-Effekte.

Es beginnt recht konventionell. Eine afrikanische Terrorgang hat einen Frachter und dessen Besatzung in seine Gewalt genommen. Als es zur Übergabe des Lösegelds kommen soll, bricht die Hölle los, denn einer der Kuriere eröffnet entnervt das Feuer und damit kann das Gemetzel losgehen. Selbstverständlich bleiben die Kuriere und die Geiseln unverletzt und die Terroristen sterben allesamt. Schließlich handelt es sich bei den Kurieren um Söldner, die sich selbst „The Expendables“ nennen.

„The Expendables“: Schwere Maschinen, harte Jungs und eine Portion Nostalgie

Lange sah es für Sylvester Stallone – der in „The Expendables“ nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch am Drehbuch mitgeschrieben hat und die Inszenierung übernahm – ganz schlecht aus, was seine Karriereaussichten betraf. Nach dem bei Kritikern positiv aufgenommenen Ausflug ins Charakterfach – „Cop Land“ (1997) – folgte eine Reihe kommerzieller wie künstlerischer Tiefschläge, von denen er sich ein ganzes Jahrzehnt lang scheinbar nicht mehr erholen sollte. Weder das auf Hochglanz getrimmte Remake des britischen Klassikers „Get Carter“ (2000), noch sein lang gehegtes Rennfahrerprojekt „Driven“ (2001) sorgten für die erhofften Lorbeeren. Nachdem es Stallone endgültig ins ungeliebte Gaststar-Fach in Filmen wie „Taxi 3“ und „Spy Kids 3-D: Game Over“ (beide 2003) verschlug, suchte er sein Heil in der Wiederbelebung alter Helden.

Sowohl der nostalgische Abschluss der Saga um „Rocky Balboa“ (2006) als auch der in seiner blutrünstigen Darstellung von Mord und Folter beinahe in die Parodie abgleitende – womöglich – letzte Teil zu „Rambo“ (2008) sorgten für ein ungeahntes Comeback Stallones an den Kinokassen. Damit hatte er die Möglichkeit eine neue Franchise aufzubauen und dies scheint Stallone mit „The Expendables“ tatsächlich zu gelingen.

Loses Handlungsgerüst und ehrliche Action

Gemeinsam mit Dave Callaham verfasste Stallone das Drehbuch, spielte die Hauptrolle und inszenierte den nostalgisch gehaltenen Actionkracher. Doch noch viel wichtiger, er sorgte sich um die Besetzung. So schaffte es Stallone nicht nur alte Haudegen wie Steve Austin, Randy Couture oder Dolph Lundgren um sich zu scharen, sondern garnierte die Söldnertruppe mit den „jüngeren“ Stars des Actionskinos: Jason Statham – der sich ohnehin seit Jahren anschickt eine Art Nachfolger Stallones zu werden – und Jet Li, der dann aber auch in „The Expendables“ nur auf den Typus „merkwürdig sprechender Karatekämpfer“ reduziert wird.

Die Handlung um einen Karibik-Diktator, der dank eines korrupten CIA-Agenten (Eric Roberts) die Macht über sein Inselreich behält, ist natürlich nur ein loses Gerüst, um die betont per Hand gefertigten Stunts zur Schau zu stellen. „The Expendables“ schwelgen im Ruhm des Achtzigerjahre-Kinos und bieten damit eine Alternative zu den CGI-gestützten Superhelden der Marke „Iron Man“ und Co.

Klischees und Gaststars mit einem Augenzwinkern versehen

Natürlich gibt es in dem Trubel um das diktatorische Regime, welches die „Expendables“ zur Strecke bringen wollen/sollen noch eine Frau (Giselle Itié). die Unruhe in die Familie bringt und Söldner, die mit ihrer Vergangenheit nicht abschließen können (Mickey Rourke). Dass die Kämpfer kaum einen Kratzer abbekommen, während rund um sie herum die Männer wie Fliegen sterben, ist nur das letzte i-Tüpfelchen, welches gefehlt hat.

Wer sich jedoch zu diesem Zeitpunkt über die unrealistischen Vorgänge in diesem Film beschwert, hat ohnehin nicht verstanden, worum es geht. Denn spätestens wenn sich Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone zum kurzen Stelldichein der Action-Legenden treffen, muss dem letzten Zuseher klar sein, dass Wahrscheinlichkeit und Logik in diesem Filmkosmos wenig Platz haben. Als Signal an das moderne Actionkino kann Stallones nostalgisch-humorvoller Film „The Expendables“ dennoch seine Wirkung erzielen.

Patrick Dorner, Patrick Dorner

Patrick Dorner - Als Autor verfolge ich verschiedene Themengebiete, jedoch bin ich hauptsächlich im Bereich Film & TV zu finden. Weitere ...

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